Nötig oder unnötig?
Viele Hundehalter kennen die Physiotherapie hauptsächlich am Menschen. Doch ist es beim Hund auch wichtig?
Hunde können uns nicht sagen, wo es zwickt und zwackt. Dadurch kommen vielleicht nur wenige auf die Idee den Hund mal zur Massage/ Physiotherapie zu bringen.
Wer kennt es nicht:
Ein Fehltritt und es schießt in den Rücken, Halswirbel oder in die Knie.
Aufwärmen vor dem Sport ist für den Menschen ein muss. Warum machen wir das nicht bei unseren Hunden? In einem Moment liegen und schlafen sie, im nächsten Moment sollen sie ins Auto springen, am Fahrrad rennen oder direkt zum Hundetreff bzw Sport. Weder die Muskulatur ist in dem Moment gut durchblutet, noch die Gelenkschmiere ist aufgewärmt und weich. Also wenn der Mensch nach dem Aufstehen keinen Hochsprung machen kann, warum verlangen wir es dann von unserem Hund?
Ich habe vor ca 15Jahren einen Mann kennengelernt, der mit seinem Hund, wie so oft, ins Grüne fahren wollte und einen schönen langen Spaziergang durch ein Moorgebiet machen wollte. Er hatte eine Labrador Hündin, die ins Auto gesprungen ist und nicht mehr aufstehen konnte. Sie war ab diesem Zeitpunkt ab der Hüfte abwärts gelähmt. Sie wurde operiert und hat über ein Jahr lang Physio bekommen. Sie musste also neu laufen lernen.
Eine andere Frau hatte einen Yorkshire Terrier, der beim spielen eine Verletzung erlitt und ebenfalls nicht mehr laufen konnte. Auch er musste neu laufen lernen. Nach ca 9 Monaten konnte er wieder alle 4 Beine benutzen. Es sah noch nicht perfekt aus, aber er hatte einen weiten Weg geschafft.
Es gibt viele Anzeichen dafür, dass es dem Hund nicht gut geht. Am Gang, an der Haltung, an plötzlich aufstehendem Fell, übermässiges belecken, besonders warme Stellen z.B. an der Schulter, Hüfte, Wirbelsäule und viele mehr.
Es muss nicht bei einer Verspannung bleiben. Dadurch kommt die Schonhaltung, ungleiche Belastung und schon kann es zu HD ( Hüft-Displasie), ED ( Ellenbogen-Displasie) und auch Arthrose.
Bei einer regelmäßigen Physiotherapie kann dies behoben und sogar vorgebeugt werden. Auch bei einer bereits bestehenden Diagnose kann dem Hund geholfen werden durch den Aufbau bestimmter Muskeln, und Faszien.
Tierärzte lernen in ihrem Studium nichts über die Physiotherapie bei Tieren. Es ist eine Weiterbildung, die sie aus eigenem Interesse machen können.
Im Hundesport haben viele die Back on Track Mäntel, die durch die Welltex Technologie die körpereigene Wärme reflektiert und somit die Durchblutung fördert und die Muskulatur erwärmt. Dadurch wird die Gelenkschmiere weich und das Risiko von Verletzungen sinkt erheblich.
Genauso möglich ist es aber vor jeder anspruchsvollen Aktivität ein kleines Warm Up zu machen. Ein paar kleine Übungen wie z.B.: den Hund um die eigene Achse nach links laufen zu lassen, nach rechts, ein kleiner Spaziergang vorher uvm.
Gleichzeitig hat man durch das kleine Warum Up eine wunderbare Übung um die Bindung zu stärken.
Das Fazit ist also:
Hundephysio ist keinesfalls nur eine Modeerscheinung, sondern wirklich wichtig für ein langes und gesundes Hundeleben. Die Empfehlung für einen Hund ohne Diagnostizierte Krankheit ist ein Besuch alle 6(-8) Wochen.